Gute Beispiele

Öffentliches Gemüsebeet

In Freiburg vor dem Theater wurde von Schauspieler/innen und Bürger/innen ein öffentliches Gemüsebeet angelegt. Dies macht nur etwas mehr Arbeit als ein Blumenbeet, bietet aber Passant/innen ökologisch produziertes, gesundes Gemüse. 

Öffentliche Beete können in Parks, auf Baumscheiben oder auch in aufgestellten Behältern realisiert werden.

Öffentliches Gemüsebeet
Flickr, Tony & Wayne (CC)
Flickr, Emily Staubert (CC)
Brotaufstrich Netzwerk

Vegetarische Brotaufstriche sind eine ökologische Alternative zu Käse oder Wurst. Im Laden sind diese zu Preisen zwischen 2 und 3 Euro zu erwerben. Weitaus günstiger geht es jedoch, wenn man sie selber macht. Allerdings ist die Haltbarkeit begrenzt. Von daher lohnt es sich nicht, diese für einen Haushalt alleine herzustellen.

In einem Netzwerk kann man dies aber umgehen und zudem eine größere Vielfalt erhalten. Eine Person kocht mehrere Gläser Aufstrich und verteilt diese an andere Personen des Netzwerks. Zwei Wochen später ist die nächste Person aus dem Netzwerk dran, für alle neuen Aufstrich zu machen. Dies spart Geld und Zeit.

Ein ähnliches Netzwerk ließe sich auch mit selbstgemachtem Brot realisieren.

Flickr, Angela Marie Henriette (CC)
Bio-Lieferdienst
Flickr, Franziska Geiser (CC)

Oft sind Bio-Lebensmittel aus der näheren Umgebung im Stadtteil nicht verfügbar. Die vorhandenen Supermärkte führen zwar Bio-Produkte, jedoch zu relativ hohem Preis und zum Teil mit langen Transportwegen. 

Einige ökologische Lieferdienste arbeiten mit regionalen Bauern zusammen. Sie sammeln deren Lebensmittel und bringen sie zu den Kunden in die Stadt. Dabei werden diese nicht auf dem Markt angeboten, sondern direkt nach Hause geliefert. 

Kommerzielle Anbieter sind leider nicht günstig. Aber der Gedanke kann auch selbstorganisiert umgesetzt werden. So kann ein Nachbar Bestellungen aufnehmen, mit Auto zu einem Bio-Bauernhof der Umgebung fahren und für alle gemeinsam Einkaufen.

Verleihen von Haushaltsgeräten in der Nachbarschaft

In jedem Haushalt gibt es eine Reihe von Haushaltsgeräten, die man nicht regelmäßig braucht. In der Küche zum Beispiel ein Raclette, eine Friteuse, einen Entsafter, etc. Gerade für finanzschwache Haushalte ist die Anschaffung solcher Geräte eine größere Investition. Zudem nehmen sie in der Küche viel Platz weg. 

Der Verein Pumpipumpe hat ein System entwickelt, wie es möglich wird, all diese Geräte zu nutzen, ohne dass sich jeder alle Geräte anschafft. In einem Wohnhaus kleben Bewohner/innen einfach Etiketten mit einem Gerätesymbol auf ihren Briefkasten, wenn sie dieses Besitzen und bereit sind an Nachbarn zu verleihen. 

So wird sichtbar, bei wem aus der Nachbarschaft man sich einen Wok, eine Getreidemühle oder eine Friteuse ausleihen kann. Damit spart jeder Geld, ohne dass Verzicht erforderlich ist. Gleichzeitig werden nicht nachwachsende Rohstoffe geschont und der umweltschädlicher Abbau der Rohstoffe reduziert. 

www.pumpipumpe.ch

(c) Meteor Collectif
Querfeld

Querfeld verkauft schräges Obst & Gemüse. All jene Früchte, die bereits bei der Ernte aussortiert werden, da sie nicht den optischen Vorstellungen des Handels entsprechen. Dabei ist aussortiertes Obst und Gemüse genauso lecker und genauso gesund.

Das junge Start-Up kooperiert mit verschiedenen Bio-Höfen im Umfeld von Berlin und München. Die Mitarbeitenden sammeln Obst und Gemüse und bringen es auf lokale Märkte. Einen Teil der Einnahmen erhält der Landwirt, den Rest können die Unternehmer/innen für sich verbuchen.

www.querfeld.bio

Verpackungsfreier Laden

Die im LoseLaden angebotenen Produkte des täglichen Bedarfs sind unverpackt und lose. Es wird vollständig auf Einmal- und Kunststoffverpackungen verzichtet. Damit kann die täglich anfallende Abfallmenge drastisch reduziert werden. Wer hier einkaufen will, bringt sich seine Behälter selbst mit (leere Gläser, Flaschen, Mehrweg Boxen) und füllt sich die Waren im Laden entsprechend des Bedarfs ab. Dabei können beliebige Menge genau abgemessen werden, so dass am Ende auch keine Lebensmittel weggeschmissen werden müssen.

Supper Club
Supper Club Treffen
Flickr, infowidget (CC)

In vielen Städten haben sich sogenannte Supper-Clubs etabliert. Die Idee dabei ist relativ simpel. Eine Familie lädt öffentlich zum Essen ein. Interessierte müssen sich anmelden, so dass genau geplant werden kann, wieviele Mahlzeiten zubereitet werden müssen. Jeder, der teilnimmt zahlt einen Kostenbeitrag.

Die Supper-Clubs sind eine Möglichkeit das Essen in Gemeinschaft zu zelebrieren und dabei neue Kontakte zu knüpfen - in der Nachbarschaft aber auch darüber hinaus. Es ist zum Beispiel auch möglich als Migrant/innen an der Uni gezielt Studierende einzuladen, die die eigene  Muttersprache erlernen wollen. Damit kann das gemeinsame Essen auch viele Bildungsimpulse für die Einladenden bieten.

Senioren kochen für Familien
Oma kocht
Flickr, Florian Schwalsberger (CC)

In vielen Familien ist es ganz normal. Wenn die Oma zu Besuch kommt, übernimmt sie die Küche und kocht für alle. Dies bedeutet vor allem für die Eltern Entspannung und mehr Zeit mit den Kindern. Aber was tun, wenn die Oma wieder in der Heimat ist?

In der Nachbarschaft gibt es viele Senioren, die kaum noch kochen, da es sich für sie alleine nicht lohnt. Teilweise bringen Nachbarn ihnen etwas zu Essen vorbei, wenn sie gekocht haben, erzählte uns eine in der Nachbarschaft aktive Frau aus Hainholz. Doch das ganze funktioniert auch umgekehrt. Senioren können für Familien kochen und den Eltern somit Arbeit abnehmen. Dann wird gemeinsam gegessen. 

Für die Familie entstehen kaum Mehrkosten, da die eine Person zusätzlich keinen so großen Einfluss auf die Kosten hat. Die Senioren sparen Geld, da sie keine kleinen Mengen für sich kaufen müssen. Sie essen zudem gesünder, weil sie einen anderen Wert auf gutes Essen legen.

Öffentliches Kochen mit Essensresten

Pepe Dayaw begann sein Projekt 'Nowhere Kitchen' indem er 2x in der Woche zu Leuten nach Hause ging und gegen Bezahlung mit dem, was er im Kühlschrank fand ein Essen zubereitete. Nachdem er innerhalb von drei Monaten in 12 Wohnungen gekocht hatte, endeckte er: Reste sind immer auch Reste der Vergangenheit. Und sie verhindern manchmal, dass man sich etwas Neuem zuwendet.

Zu der Zeit der Wirtschaftskrise wurde in Madrid viel darüber geredet, wie wenig Geld man hatte. Die Folge war auch, dass viele Menschen sich zurückzogen und versuchten auf das letzte, was ihnen geblieben war, aufzupassen und es zu bewahren. Da passte ein Konzept, wo mit den Resten, dem scheinbar wertlosen gearbeitet wird gut.

Neben dem Kochen in privaten Wohnungen kocht Pepe Dayaw auch auf öffentlichen Plätzen mit den Resten, die Menschen bereitstellen. Dabei sind Reste keineswegs Lebensmittel, die gerettet werden müssen, weil sie kurz vor dem Verfallsdatum sind, sondern eher Dinge, die die Leute gekauft aber nicht verwendet haben und die nun liegen bleiben.

Food-Sharing Kühlschrank

In der Markthalle Neun in Berlin Kreuzberg steht Deutschlands erster Food-Sharing Kühlschrank. Ziel ist es, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel zu reduzieren. Private Haushalte, Händler und Gastronomie-Betriebe können noch gute Lebensmittel in dem Kühlschrank für die Gemeinschaft bereitstellen, anstatt diese wegzuwerfen. Dabei gilt das Motto: Hinterlasse nur Lebensmittel, die du selbst essen würdest. D.h. die Lebensmittel müssen noch gut und haltbar sein, aber dennoch nicht mehr gebraucht werden, z.B. weil die Person in den Urlaub fährt, der Salat zu groß ist, um ihn alleine komplett zu essen oder der Garten zu viele Zucchini produziert hat. Jeder der vorbei kommt, kann sich aus dem Kühlschrank herausnehmen, was er oder sie möchte. 

Flickr, Jörg Kantel (CC)
Essensretter

Pro Jahr werden in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist eine enorme Verschwendung von landwirtschaftlicher Fläche und Wasserreserven, ganz zu schweigen von Verpackung und Transport. Für den Essensretterbrunch sammelten aktive des WWF, der Welthungerhilfe und weiterer Organisationen bei Supermärkten und Gastronomiebetrieben Lebensmittel und organisierten am 4.7.2015 eine gigantische Open-Air-Küche. Trotz heißen Temperaturen kamen insgesamt 2500 Personen zur Veranstaltung vor dem Berliner Hauptbahnhof. (http://www.geniesstuns.de/essensretterbrunch-2)

Rund 500 ehrenamtlich "Food-Sharer" klappern in Köln regelmäßig Supermärkte und Cafes ab. Sie wollen verhindern, dass noch genießbare Lebensmittel im Müll landen. Trockene Croissants oder Salat mit braunen Stellen landen dann entweder auf dem eigenen Teller oder werden an soziale Einrichtungen weitergegeben. Mehr als 250.000 Kilo Lebensmittel haben sie bereits gerettet. Auch viele Tafeln arbeiten nach diesem Prinzip. Sie haben meist feste Kooperationspartner, die Ihnen nicht mehr verkaufbare aber noch verzehrbare Lebensmittel bereit stellen.

Lebensmittelkontrolle

Die Organisation FoodWatch verbreitet auf ihrer Internetseite wichtige Informationen über die Qualität von Lebensmitteln. Hier wird über Skandale aber auch über kritische, jedoch meist legale Entwicklungen der Nahrungsmittelindustrie aufgeklärt. (www.foodwatch.de)

Für Konsumenten und Konsumentinnen sind damit viele wichtige Informationen verfügbar, wenn auch die Recherche für einzelne Produkte etwas aufwendig ist. Hier helfen eher Apps für Smartphones, die über den Barcode produktspezifische Informationen bereitstellen. Ein Beispiel ist der von Codecheck, der mit Informationen von Ökotest, BUND, WWF und Greenpeace auch versucht, Umweltinformationen einzubeziehen. (www.codecheck.info)