Maßnahmen

Feld vorbereiten: Suche nach guten Ideen in Deutschland und Europa

Um neue, weitergehende Ansätze für eine günstige, gesunde und ökologische Versorgung mit Nahrungsmitteln zu entdecken, werden in der Vorbereitungsphase vereinsintern Best-Practice  Beispiele aus anderen Städten/ Ländern recherchiert und auf ihre Übertragbarkeit auf die Stadtteile Hannover Sahlkamp und Hainholz überprüft.

Zudem nehmen Aktive des Vereins Migranten für Agenda 21 e.V. auch an Veranstaltungen anderer Organisationen zu Konzepten nachhaltiger Ernährung teil und besuchen ausgewählte Best-Practice Projekte (z.B. Ökodorf 7-Linden).

Im Anschluss findet ein internes Klausurtreffen der Umweltpromotor/innen und einiger besonders aktiver Personen aus den bestehenden Aktionsgruppen statt. Auf diesem 2-tägigen Treffen stellen Vertreter/innen von Projektpartnern konkrete Ansätze vor, wie z.B. Food Coop, Biokiste, essbare Stadt, Solidarische Landwirtschaft, Nutzung von Gemüse-Ausschuss, Volksküche, verpackungsfrei Einkaufen, Urban Gardening, gemeinsame Nutzung spezieller Küchengeräte. Gemeinsam werden einige Ansätze für einen Testlauf ausgewählt.

Keimzellen aufbauen: Erprobung von einzelnen Maßnahmen

Die ausgewählten Ansätze werden in den bestehenden Aktionsgruppen getestet. Einige Beispiele der Implementierung sind bereits geplant:

  1. Die Kochgruppe lernt in einem ihrer Kochtreffs vegetarische Brotaufstriche herzustellen. Kommen diese gut an, so wird ein Austausch-Zirkel etabliert. Ein Mitglied der Gruppe stellt Aufstrich für alle her, verteilt diesen und gibt die Verantwortung für die nächste Produktionsrunde an ein weiteres Gruppenmitglied ab. Die Gläser werden von den Gruppenmitgliedern zurückgegeben und können so immer wieder verwendet werden.
  2. Der letzjährige Balkonwettbewerb, bei dem der am schönsten bepflanzte Balkon prämiert wurde, wird wiederholt. In diesem Jahr werden jedoch die kreativsten Ideen zur Produktion eigener Lebensmittel auf dem Balkon, der Terasse oder einer öffentlichen Baumscheibe ausgezeichnet. Bei der Auszeichnung auf dem Herbstfest können auch auf den Balkonen produzierte Lebensmittel an Bewohner/innen verteilt oder verkauft werden.
Früchte ernten: Entwicklung von langfristigen, sozialen Strukturen

Im dritten Schritt geht es darum, Handlungsmöglichkeiten zu verstetigen und in den Stadtteil zu kommunizieren. Hierfür wird ein Dialog mit der Öffentlichkeit gesucht. Die Aktiven des Vereins führen Informations- und Diskussionsveranstaltungen im Stadtteil durch. In diesen informieren sie über gesunde und ökologische Ernährung und diskutieren die möglichen Ansätze für eine kostengünstige Realisierung im Stadtteil. Dabei wird auch ein zweiter Stadtteil (Hainholz oder Hainholz) mit einbezogen.

Die in den einzelnen Veranstaltungen entwickelten Ideen werden für jeden Stadtteil auf einer zentralen Bürgerkonferenz vorgestellt. An dieser Konferenz nehmen auch Vertreter/innen des Agenda21- und Nachhaltigkeitsbüros der Stadt Hannover sowie der lokalen Gemeinwesenarbeit teil. Im Dialog aller interessierten Personen werden einzelne Konzepte ausgewählt und Arbeitsgruppen gegründet.

Folgende grundlegende Richtungen sollen mitgedacht werden:

  • Einflussnahme auf lokale Supermärkte: Verpackungsfrei einkaufen, Fokus/ Kennzeichnung regionaler Lebensmittel durch Carrot Mob, Angebot von Lebensmitteln aus Eigenanbau…
  • Einkaufsgemeinschaften in Kooperation mit lokalen Produzenten: Food Coop, Biokiste, Ausleihsystem für spezielle Küchengeräte…
  • Aufbau lokaler Produktions- und Verarbeitungsnetzwerke: gemeinschaftliche Anmietung von Land, Senioren kochen für Familien, Lebensmitteltauschbörse…
  • Förderung von community-getragenen Start-Ups für ökologische Lebensmittel als Nebenverdienst: Produktion regionaler Brotaufstriche/ Marmeladen, Volksküchen mit Ausschuss-Gemüse…
  • Sonstige Ansätze kooperativen Handelns: gemeinsam Kochen, Erstellung eines lokalen Einkaufsführers mit Rezepten von und für die Bewohner/innen …
Saatgutgewinnung: Auswertung und Verbreitung der Ideen

Die Ergebnisse des Projekts werden zwei Zielgruppen separat präsentiert:

  1. Nachbarschaft: Auf Stadtteilfesten in beiden Stadtteilen ist der Verein präsent und macht auf die entstandenen Strukturen aufmerksam.
  2. Fachöffentlichkeit: Die Mitglieder nehmen am Agenda-Plenum sowie an verschiedenen bundesweiten Tagungen teil und stellen dort die Projektergebnisse vor.

Ein Fotograf begleitet den kompletten Projektverlauf und erstellt am Ende einen Bildband. Ein Teil der Bilder wird zu einer Ausstellung aufbereitet (Roll-Ups) und für die Präsentation des Vereins auf Tagungen und Straßenfesten genutzt.

Prozessbegleitende Weiterqualifizierung

Parallel zum Projektverlauf erhalten die Aktive des Vereins eine Weiterqualifizierung, die sie besonders für die Initiierung und Begleitung von Netzwerken und ökologischen Start-Ups im Stadtteil qualifiziert. Inhalte der Schulung sind neben Grundlagen in beiden Bereichen vor allem die Kenntnis wichtiger Anlaufstellen in Hannover.

Einzelne Themen sind:

  • Unternehmerischer Gedanke,
  • Erforderliche Lizenzen und Genehmigungen (insb. im Umgang mit Lebensmitteln),
  • Sozials Netzwerke und Kooperation gestalten,
  • Lobbygespräche mit Unternehmen.